Was bedeutet Pilotierung?
Die Pilotierung ist ein möglicher Weg, um eine neue Technologie zu testen. Daher werden in der SPOCS Pilotierung die im Projekt ausgearbeiteten Bausteine für die Bereiche Content-Syndizierung, elektronische Dokumente, elektronische Zustellung, e-Tresor und e-Services in der Produktionsumgebung der nationalen Einheitlichen Ansprechpartner (EAP’s) der Mitgliedstaaten getestet.
Wie sieht der genaue Ablauf aus?
Das Ziel von SPOCS ist es, einen interoperablen Rahmen zu schaffen, der zur Stärkung des Dienstleistungssektors auf europäischer Ebene beiträgt. SPOCS bietet Dienstleistern die Möglichkeit, leichter ihre Anträge über die Einheitlichen Ansprechpartner für Wirtschaftstreibende abzuwickeln, welche die EU-Mitgliedstaaten eingerichtet haben. Das Ziel der Pilotierung ist es daher zu zeigen, dass die im Projekt SPOCS entwickelten Bausteine, die das Rahmenwerk bilden, auch tatsächlich in einem realen Umfeld und im Echtbetrieb funktionieren. Der Projektfahrplan innerhalb von SPOCS, der zu den Live-Tests führt, beinhaltet mehrere Phasen:
- Spezifizierung der SPOCS Bausteine (Content-Syndizierung, elektronische Dokumente, elektronische Zustellung, e-Tresor und e-Services)
- Entwicklung der SPOCS Bausteine basierend auf ihren Spezifikationen
- Deren Bereitstellung für die SPOCS Pilotierungs-Länder
- Die Bewertung der Ergebnisse und bei Bedarf eine schrittweise Anpassung der Spezifikationen und Module
- Skalierung und Erhalt der SPOCS Bausteine.
Wie sieht der Zeitrahmen aus?
Die Live-Piloten werden für mindestens 12 Monate laufen. Weiters zusätzliche Piloten für eine Dauer von 8 Monaten.
Der Prozess wird im Wesentlichen in zwei Phasen ablaufen.
- Die erste Phasen von Piloten umfasst Österreich, Deutschland, Griechenland, Italien und Polen. Die Piloten in diesen Ländern werden mit Juni mit den Berufsgruppen Reisebüro, Immobilienmakler und Baumeister live gehen.
- Die zweite Welle umfasst die Länder, die durch die SPOCS Erweiterung hinzukommen: Litauen, Portugal und Slowenien. Die zweite Welle soll mit September mit den zusätzlichen Berufsgruppen der Tourismus Animateure, Architekten und Restaurants & Catering live gehen.
Wie stellt SPOCS sicher, dass die erarbeiteten Lösungen nutzbar und umsetzbar sind?
- Die SPOCS Lösungen basieren auf der Grundlage der bestehenden Lösungen und Dienstleistungen in den Mitgliedstaaten. SPOCS profitiert auch von ersten Erfahrungen in den EU-Mitgliedstaaten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Interoperabilität, sowie auf rechtliche und praktische Fragen, die sich bei der Durchführung grenzüberschreitender Dienstleistungen stellen.
- Die im SPOCS Projekt geleistete Arbeit zielt auf die Ausarbeitung gemeinsamer Spezifikationen, offene Module und organisatorische Lösungen ab, welche auf offenen Standards beruhen. Das soll für umsetzbare und wieder verwendbare Standards für alle Mitgliedstaaten sorgen. Das wird durch die Veröffentlichung der Bausteine unter einer „Open-Source-Lizenz für die Europäische Union” (EUPL) gewährleistet werden.
- Die technischen Spezifikationen für Syndizierung, elektronische Dokumente, elektronische Zustellung, e-Tresor und e-Service Verzeichnisse waren Gegenstand einer öffentlichen Konsultation, an der sowohl die Mitgliedstaaten, als auch Unternehmen die IT-Lösungen anbieten, beteiligt waren.
- Das SPOCS Projekt wird umsetzbare und erprobte Lösungen anbieten. Diese werden für jedermann und ohne Gebühr zur Verfügung stehen. Jedem Land wird es ermöglicht, entweder alle oder nur ausgewählte Module zu implementieren und damit neue Funktionalitäten für Dienstleister auf den Portalen der EAP’s anzubieten.
Was ist SPOCS?
- SPOCS (Simple Procedures Online für Cross-Border Services) ist ein groß angelegtes Pilotprojekt, das im Mai 2009 ins Leben gerufen wurde.
- SPOCS soll durch die Verfügbarkeit von qualitativen grenzüberschreitender elektronischer Verfahren die nächste Generation von Online-Portalen (Einheitliche Ansprechpartner oder EAP’s) entwickeln, die jedes europäische Land eingerichtet hat.
- SPOCS wird durch den Aufbau von grenzüberschreitenden Lösungen, die auf den bestehenden Systemen in den Ländern basieren, nahtlose elektronische Verfahren ermöglichen.
Beispiel: Ein italienischer Baumeister will sein Geschäft nach Wien, Österreich, ausweiten. Der Einheitliche Ansprechpartner für Unternehmen (EAP) aus Wien gibt jedoch derzeit nicht an, welche italienischen Dokumente für die Gewerbeanmeldung erforderlich sind. Wird es ihm gelingen, diese Informationen von seinem Büro aus zu finden? Und wird die Transaktion sicher sein? Ja, SPOCS erlauben ihm / ihr alle Verwaltungsverfahren online über die Einheitlichen Ansprechpartner abzuwickeln! |